Augmented Reality (AR) ist eine Technologieform, bei der Objekte als eine Art Erweiterung durch computergenerierte Bilder überlagert werden.

Diese Bilder verbessern oder erweitern das, was bereits vorhanden ist. Erst vor Kurzem begann die Erforschung des Potenzials dieser Technologie in Bezug auf die Bildung. Bislang lag der Schwerpunkt auf der Einführung von AR in der Grundschul- und Sekundarschulbildung, aber es wurde kaum mit dieser Technologie in der Erwachsenenbildung gearbeitet.

Daher traf sich OEE mit Lukáš Richterek, dem Projektkoordinator von JoyAR. Im Mittelpunkt des JoyAR-Projektes stand die Erkundung, wie erweiterte Realität verwendet werden könnte, um eine freudvolle Erwachsenenbildung und Ausbildungsumgebung zu schaffen.

Können Sie uns ein wenig über sich selbst erzählen?

Ich bin Assistenzprofessor an der Palacký Universität Olmütz, an der Naturwissenschaftlichen Fakultät, Abteilung für Experimentalphysik. Mich interessiert die Ausbildung zukünftiger Physiklehrer. Ich mag die Abwechslung, die meine Arbeit mit sich bringt. Es ist schön, wenn jeder Tag anders ist.

Warum ist es wichtig, projektbasiertes Lernen zu fördern?

Ich glaube, dass eine Förderung des projektbasierten Lernens wichtig ist, denn je länger ich unterrichte, umso mehr verstehe ich, wie wichtig aktive Schüler sind. Unser Projekt kann als großartige Inspirationsquelle dienen. Es ist wichtig, Erfahrungen zu sammeln, um neue Fertigkeiten zu entwickeln.

Können Sie uns mehr zur Durchführung des JoyAR-Projektes sagen?

Wir begannen mit Fallstudien, um mehr über die weltweite Verwendung der AR-Technologie zu erfahren. Die Fallstudien deckten eine breite Palette an Themen ab, von der Verwendung erweiterter Realität beim Unterrichten von Schneiden und Fräsen bis hin zu den Verwendungsmöglichkeiten von AR in der Dendrologie und im aktivem Unterricht über Magnetismus. Darauf aufbauend lernten wir bei einem sehr nützlichen Wochenendseminar, wie man durch Verwendung einer Software namens SketchUp einfache 3D-Modelle erstellen kann.

Mit welchen Problemen waren Sie im Zuge dieses Projektes konfrontiert?

Wie es bei vielen Projekten der Fall ist, sind wir einigen Problemen begegnet. Das größte Problem war, dass nur zwei von neun Partnern, die an diesem Projekt mitarbeiteten, über Erfahrungen mit erweiterter Realität und deren Einsatzmöglichkeiten in der Bildung verfügten. Die übrigen sieben mussten sich rasch das Wissen über AR und darüber, wie sich einfache 3D-Modelle erstellen lassen, erwerben. Die Aneignung dieser Kenntnisse und Fertigkeiten in kurzer Zeit war tatsächlich eine Herausforderung.

Welche messbaren Ergebnisse brachte das Projekt mit sich? Was konnten Sie durch die Beteiligung an diesem Projekt erfahren, was Sie ansonsten nicht erfahren hätten?

Eines der wichtigsten Ergebnisse unseres Projektes ist das JoyAR Interactive Book. Das Buch soll Anbietern von Erwachsenenbildung helfen, mehr über die Verwendung von AR in der Bildung zu erfahren. Das Buch enthält Demos und Links zu 3D-Modellen, die man herunterladen kann.

Wir haben auch einen Bericht mit bewährten Verfahren und statistischen Analysen über die Wirkung von AR auf erwachsene Lernende erstellt, sowie eine Liste mit mehr als 30 nützlichen Links zur Verwendung von AR in der Bildung.

Zu den wertvollsten Ergebnissen zählen meiner Meinung nach die positiven Bewertungen und das Feedback von unseren Lernenden. Ich konnte von diesem Projekt in mehrerer Hinsicht profitieren: Ich lernte, 3D-Modelle zu erstellen, sie in interaktive erweiterte Realität umzuwandeln und in Unterrichtsstunden und Seminare einzubauen. Ich schätzte es sehr, von erfahreneren Partnern lernen zu können.

Als Koordinator erwarb ich viele unschätzbare Fähigkeiten, darunter die Koordination von Debatten und das Ausräumen von Missverständnissen. Zwei Kollegen aus unserem Lenkungsausschuss bin ich für ihre Ratschläge und ihre Hilfe sehr dankbar.

Ich werde die produktiven Projekttreffen und die Atmosphäre einer fruchtbaren Zusammenarbeit nie vergessen.

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